Clinton Castle

Ich habe lange in den Einwanderungslisten von Ellis Island nach meinen MAY-Vorfahren gesucht, ohne Erfolg. Da ich noch nicht das Auswanderungsjahr kannte war die Sucherei sehr mühsam.  Vom 1. August 1855 bis April 1890 diente Castle Garden als erste Einwanderer-Station für New York City. Ellis Island öffnete erst am 1. Januar 1892. In Castle Garden wurde ich fündig und fand Ernst Oscar MAY, das 2. Kind von Ernst Julius MAY und Emilie Henriette MAY [WEBER], meinen Ururgroßeltern, geboren am 7. Februar 1838 in Meißen. Er heiratete am 16. Januar 1865 in Zittau Ernestine Louise Auguste, Tochter von Johann Benjamin NEUMANN, geboren in Waldheim. Am 7. November 1865 wurde Ernst Benjamin Curt MAY in Zittau als erster Sohn geboren. Im Oktober 1866 wanderte die Familie aus.

Clinton Castle

Clinton Castle

Castle Garden bestand aus mehreren Burgen, die den New Yorker Hafen im Krieg 1812 verteidigen sollten. Die Batterie wurde zwischen 1808 und 1811 auf den Felsen an der Südspitze Manhattans gebaut. Im Jahre 1817 wurde die Festung in Castle Clinton, zu Ehren des Bürgermeister von New York De Witt Clinton, umbenannt. 1824 eröffnete ein Restaurant und bekam den Namen Castle Garden. In den 1840er Jahren kam ein Dach hinzu und Castle Garden diente bis 1854 als Oper und Theater. Die Schließung bedeute das Ende einer Ära. Castle Garden sollte noch eine wichtige Rolle im Leben von Millionen von Einwanderern spielen. Nach der Entscheidung die Heimat zu verlassen, kamen die schrecklichen Bedingungen der Überfahrt. Mit Segelschiffen dauerte die Reise oft 4 – 6 Wochen. Erst durch die ersten Dampfschiffe konnte die Überfahrt erheblich verkürzt werden. Hatte man die Landung lebend überstanden, kamen neue Probleme dazu. Vor 1855 wurden hilflose Neulinge betrogen und beraubt, sobald sie an Land kamen. Diese Rahmenbedingungen führten zu der Einrichtung von Castle Garden als Empfangsstation, wo Einwanderer, zumindest anfänglich, vor diesen Bedrohungen isoliert werden konnten. Castle Garden verbesserte die Situation, beseitigte aber keinesfalls die Schwierigkeiten, denen die neuen Einwanderer gegenüberstanden.

Ursprünglich war Castle Garden mehr als ein Dutzend Burgen, die gebaut wurden, um den New Yorker Hafen zur Zeit des Krieges von 1812 zu verteidigen. Die Achtundzwanzigste Südwest Batterie (wie es ursprünglich hieß) wurde zwischen 1808 und 1811 auf den Felsen an der Südspitze Manhattans gebaut. Im Jahre 1817 wurde die Festung Castle Clinton zu Ehren des Bürgermeister von New York De Witt Clinton, umbenannt. Die Armee räumte 1821 das Fort und die Struktur wurde nach 1824 eröffnete ein Restaurant und hieß nun Castle Garden. In den 1840er Jahren kam ein Dach hinzu und Castle Garden diente bis 1854 als Oper und Theater. Die Schließung bedeute das Ende einer Ära. Castle Garden sollte noch eine wichtige Rolle im Leben von Millionen von Einwanderern spielen.

Eine offizielle nationale Einwanderungspolitik gab es zu dieser Zeit noch nicht. Trotz europäischer Gesetze, die Anzahl der Passagiere eines Segelschiffes begrenzen, fanden Kapitäne Wege die zulässige Zahl der Passagiere zu erhöhen. Meistens wurden in einem zweiten Hafen mehr ahnungslose Passagiere in das Zwischendeck „gestopft. Das Zwischendeck befand sich unter dem Hauptdeck, es war dunkel, fensterlos und mit Stroh bedeckt. Das überfüllte Deck führte oft zu Krankheiten und miserablen Bedingungen während der Reise. 1819 und 1847 verabschiedete der Kongress Gesetze zur Festlegung des minimalen Platzbedarfes für Passagiere.

Es war schwierig für einen ausreichenden Schutz zu sorgen, ohne dass die neu angekommenen Immigranten geschröpft und beraubt wurden. Nach der Revolution von 1848 in Europa, erhöhten sich die Einwandererzahlen, mit einer entsprechenden Zunahme der Probleme. Es wurde beschlossen, eine Empfangsstation zu errichten, um ankommende Immigranten ordnungsgemäß zu untersuchen und vor Dieben zu schützen. Der Mietvertrag für das Castle Garden lief 1854 aus. Im April 1855 wurde die Einwanderer-Empfangsstation in Castle Garden etabliert.

Castle Garden eröffnete offiziell als erste Empfangsstelle für Einwanderer in den USA am 1. August 1855. Die ersten Einwanderer kamen am 3. August 1855 an, als drei Schiffe aus einer Quarantäne entlassen wurden. Segel-und Dampfschiffe erreichten den Hafen von New York durch den Durchgang zwischen Staten Island und Brooklyn. Bei Quarantäne ankerten die Schiffe am Ufer in der Nähe von Staten Island. Es bestand immer die Gefahr von Pocken, Typhus oder Cholera. Die Quarantäne wurde verwendet, um diese Bedrohung zu verringern. Sobald ein Schiff in Quarantäne verankert wurde, begannen die Beamten von Castle Garden mit ihrer Untersuchung. 1867 wurden die Betriebsabläufe wie folgt organisiert:

  • Die Einwanderer auf dem Deck des Schiffes in Quarantäne wurden eingehend auf Anzeichen von ansteckenden Krankheiten untersucht und Details der Todesfälle auf See.
  • Das Schiff konnte dann in der Nähe von Castle Garden vor Anker gehen. Dann überprüfte ein Zollinspektor das Gepäck der Einwanderer.
  • Danach wurden die Einwanderer, begleitet durch Agenten, in Schuten und Schleppern zum Castle Garden gebracht.
  • Bei der Landung wurden die Einwanderer von einem Amtsarzt untersucht, um festzustellen, ob das Gesundheitsamt alle Kranken erfasst hat. Kranke Einwanderer kamen in die Klinik auf Wards Island.
  • Im Anschluss daran wurden die Einwanderer separiert, je nachdem, ob der Einwanderer Englisch sprechen konnten oder nicht, um sie zu registrieren.
  • Der Name, Staatsangehörigkeit, ehemalige Residenz und das beabsichtigte Ziel wurden von jedem Einwanderer aufgenommen.
  • Nach der Registrierung wurden Einwanderer zu einer Agentur vermittelt, wo sie Karten an ihre Bestimmungsorte kaufen konnten.

Die Gefahr, außerhalb Castle Garden, betrogen zu werden wurde so erheblich dezimiert. Einwanderer die Gold oder Silber besaßen, konnten es in US-Währung umtauschen, was durch die Commissioners of Emigration überwacht wurde. Verwandte und Bekannte von Einwanderern wurden benachrichtigt. Mittellose Einwanderer konnten ein vorübergehendes Zuhause auf Wards Island finden. Pensionsbesitzer wurden ordnungsgemäß von der Stadt lizenziert und zertifiziert, um Menschen aufzunehmen. 1868 wurde das Arbeitsamt neben Castle Garden errichtet. Zweck des Arbeitsamtes war, Zuwanderer bei der Suche nach Beschäftigung unentgeltlich zu unterstützen. Obwohl sich durch diese Änderungen das Los der neuen Einwanderer deutlich verbesserte, war die Ankunft in New York immer noch gefährlich.

1876 zerstörte ein Feuer einen Teil von Castle Garden mit rund 1000 Gepäckstücken, die 120 Neuzuwanderer gehörten.

Zwischen Mai 1847 und 31. Dezember 1889 kamen 9,6 Millionen Einwanderer in New York an.

60 Prozent dieser Immigranten waren aus Deutschland und Irland.

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